Energieversorgung: Wie Gemeinden die Energiezukunft gestalten können

AktuellesEnergieversorgung: Wie Gemeinden die Energiezukunft gestalten können
01.09.2026
Nahaufnahme einer Photovoltaikanlage mit Sonneneinstrahlung.

Salzburgs Gemeinden gestalten die Energiewende aktiv mit – von Energieleitbildern über Energiegemeinschaften bis zum Ausbau erneuerbarer Energien. Beim SIR-Gemeindetag 2026 zeigen Praxisbeispiele, aktuelle Entwicklungen und fachliche Inputs, welche Aufgaben auf Gemeinden zukommen und welchen Gestaltungsspielraum sie haben.

Die Energiewende findet nicht nur auf nationaler oder europäischer Ebene statt, auch die kommunale Ebene spielt eine zentrale Rolle: Gemeinden können eigene Energieziele formulieren, erneuerbare Energien voranbringen, ihre Gebäude und Infrastruktur zukunftsfit machen und Bürger:innen bei der Energiewende einbinden.

Für Gemeinden gibt es somit viele Möglichkeiten, die Energiezukunft in der Region aktiv mitzugestalten – gleichzeitig entstehen aber auch neue Aufgaben und Fragen: Wie kann die Energieversorgung langfristig geplant werden? Welche Infrastruktur braucht es? Wie lassen sich erneuerbare Energien sinnvoll integrieren? Und wie können Bürger:innen und lokale Betriebe eingebunden werden?

Das SIR unterstützt Gemeinden auf dem Weg

In Sachen Energiezukunft ist in Salzburg bereits viel in Bewegung: 38 Gemeinden nehmen derzeit am e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden teil. Mit Unterstützung der e5-Berater:innen des SIR arbeiten sie kontinuierlich daran, Energieeffizienz und erneuerbare Energien in der Gemeinde voranzubringen. Im e5-Programm erhalten Gemeinden fachliche Begleitung, Unterstützung bei der Maßnahmenplanung und regelmäßige Rückmeldungen zur Weiterentwicklung.

Auch bei der Gründung und Weiterentwicklung von Energiegemeinschaften unterstützt das SIR Gemeinden. Bei der kostenlosen Beratung erhalten Gemeinden Antworten auf organisatorische, wirtschaftliche, technische und rechtliche Fragen sowie Informationen dazu, wie lokale Energieerzeugung und -nutzung sinnvoll organisiert werden können. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt: Das Interesse an Energiegemeinschaften steigt immer weiter an. Mit Juli 2026 waren in Salzburg bereits etwa 430 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften in Betrieb. Gemeinsam mit Bürgerenergiegemeinschaften gab es insgesamt über 1.400 laufende Energiegemeinschaften mit mehr als 21.900 Teilnehmer:innen. Sie ermöglichen es, erneuerbare Energie gemeinschaftlich zu erzeugen, zu nutzen und regional zu verwerten.

Praxisbeispiele und neue Perspektiven beim Gemeindetag

Wie können Gemeinden diese Möglichkeiten konkret nutzen? Ein ganzer Themenblock des SIR-Gemeindetags 2026 widmet sich unter dem Titel „Die Infrastruktur für die Energiezukunft gestalten – Neue Perspektiven für Gemeinden“ genau dieser Frage.

Den Auftakt macht der Vortrag „Energieleitbilder als Wegweiser – Praxisberichte aus e5-Gemeinden“. Drei Salzburger e5-Gemeinden geben Einblick in ihre Erfahrungen mit Energieleitbildern. Dabei geht es um unterschiedliche Phasen und Fragestellungen: Wie startet ein solcher Prozess? Wer wird eingebunden und wie gelingt die Beteiligung? Welche konkreten Ziele setzt sich eine Gemeinde – und wie können diese erreicht werden? Und wie wird ein Energieleitbild nach seiner Fertigstellung tatsächlich zum Werkzeug für kommunale Entscheidungen und zur Kommunikation mit der Bevölkerung? Denn Energieleitbilder sind mehr als strategische Dokumente. Sie können Gemeinden dabei helfen, gemeinsame Ziele festzulegen und Entscheidungen langfristig daran auszurichten – und damit einen Beitrag zu den Energie- und Klimazielen des Landes Salzburg zu leisten.

Anschließend richtet Daniel Reiter von der Salzburg Netz GmbH den Blick auf die Energieinfrastruktur. Unter dem Titel „Stromnetz als Rückgrat für die Energiewende“ geht es um die Herausforderungen aus Sicht des Netzbetreibers: den notwendigen Netzausbau, die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Energien, den Smart-Meter-Rollout, neue Prozesse und gesetzliche Rahmenbedingungen. Besonders relevant für Gemeinden ist dabei die Frage: Was bedeuten diese Entwicklungen konkret für die kommunale Planung und Infrastruktur?

Den Abschluss des Themenblocks bildet Hubert Fechner von der Technologieplattform Photovoltaik und IEA-PVPS. Er gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im österreichischen und internationalen Energiesystem und zeigt, wohin die Reise bei Photovoltaik, Speichern und weiteren Technologien geht. Dabei stehen auch Innovationen und zukünftige Entwicklungen im Mittelpunkt.

Austausch, Praxiswissen und Auszeichnungen

Der SIR-Gemeindetag ist die Weiterentwicklung des bisherigen Energie-Gemeindetags und bietet 2026 erstmals einen breiteren Blick auf kommunale Zukunftsthemen. Neben Energieversorgung stehen auch Ortskernbelebung und Klimawandelanpassung auf dem Programm. Expert:innen, Gemeinden und Partnerorganisationen präsentieren Praxisbeispiele, aktuelle Entwicklungen und konkrete Unterstützungsangebote. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung Raum für Austausch und Vernetzung.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Teilnehmer:innen am Abend: Die e5-Gemeinden sowie die ölfreien Gemeinden und die Preisträger:innen des Landesenergiepreises werden ausgezeichnet. Die Auszeichnungen verleiht Landesrat Maximilian Aigner und würdigt damit das Engagement der Gemeinden für eine zukunftsfähige Energieversorgung.

Mehr Inputs am SIR-Gemeindetag 2026

Der SIR-Gemeindetag 2026 findet am 15. Oktober 2026 ab 12:30 Uhr im Kulturzentrum Hallwang statt. Unter dem Motto „Gemeinsam Lebensqualität gestalten“ bietet die Veranstaltung fachlichen Input, Praxisbeispiele und Gelegenheit zum Austausch über die Zukunft der Salzburger Gemeinden.

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