Raumordnung
Raumordnung sorgt dafür, dass unser Lebensraum möglichst optimal genutzt und geschützt wird. Dies geschieht durch Planung, Gestaltung und Abstimmung. Alltägliche Bedürfnisse wie Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Gemeinschaft, Freizeit, Erholung und Mobilität brauchen Platz und beeinflussen unseren Lebensraum. Die Raumordnung – und die Expert:innen des SIR – beschäftigen sich mit diesem breiten Themenfeld.
Wir informieren und unterstützen seit mehr als 50 Jahren Gemeinden und Regionen, Fachabteilungen des Landes Salzburg, Politik und überregionale Organisationen durch:
Wissenstransfer & Weiterbildung
- Seminare & Veranstaltungen – Raumordnung, Baurecht, Vertragsraumordnung, Ortskernstärkung, Entwicklungskonzepte, Mobilität, Leistbares Wohnen, u.a.
- Materialen – Infrastrukturkosten, Baulandsicherung, Raumordnungsinstrumente
Erheben & visualisieren
- Räumlichen Daten & Sachverhalten – Einzelhandelsdaten, Indikatoren der Raumordnung, Infrastrukturkosten, Baulandsicherung, Instrumente zur Unterstützung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung
Analysieren & interpretieren
- Aktuelle & zukünftige Entwicklungen – Baulandsicherung, Raumordnungsinstrumente
Unterstützen & erarbeiten
- Modellprojekte, Strategien & Konzepte – ISEK, Rad- & Fußverkehrskonzepte, Begegnungszonen
Begleiten & umsetzen
- Planungsprozesse, Programme & Gesetze
Vernetzen & kooperieren
- Experten, Institutionen, Landesdienststellen und Gemeinden – ÖROK, EUSALP, EuREGIO, Regionalverbände, Planer / Ortsplaner
Werkstatt „Attraktives Wohnen: bodensparend & leistbar"
Nachhaltige Siedlungsentwicklung, sparsamer Umgang mit Grund und Boden oder leistbares Wohnen – tägliche Herausforderungen vieler Gemeinden und Schwerpunkte im neuen Landesentwicklungsprogramm. Zur Sensibilisierung von Entscheidungsträger:innen in den Gemeinden haben wir das Veranstaltungsformat der sog. „Werkstatt“ entwickelt. Impulsreferate liefern den fachlichen Input, versuchen zu sensibilisieren sowie Alternativen und Chancen aufzuzeigen, ergänzt durch gelungene Umsetzungsbeispiele. Dabei widmen wir uns je nach Region einem anderen Schwerpunkt: Baulandsicherung oder Nachverdichtung sind nur zwei Beispiele dafür. Angeregte und spannende Diskussionen, ein intensiver Austausch sowie das Netzwerken runden die „Werkstatt“ ab.
Einzelhandelsentwicklung und Ortskernanalysen
Das Raumplanungsreferat des Landes Salzburg beobachtet regelmäßig den Zustand und die Entwicklungen des Einzelhandels. Dazu erfolgen detaillierte Erhebungen und Auswertungen aller Branchen und Verkaufsflächen des Einzelhandels, an rund 5.000 Standorten im gesamten Land (Büro Schossleitner / SIR). Sie dienen u.a. zur Beurteilung der Versorgung mit wichtigen Gütern, des Bedarfs für neue Handelsgroßbetriebe, des Geschäftsleerstands und besonders der Nahversorgung der Bevölkerung. Alle Einzelhandelsbetriebe werden punktgenau erhoben und finden über das SAGIS vielfältige weitere Verwendung. Vom SIR werden sie z.B. bei räumlichen Analysen für Ortskernabgrenzungen in Gemeinden eingesetzt.
Raumordnungsinstrumente – tatsächliche Anwendung im (förderbaren) Wohnbau
Das Sicherstellen von Flächen für Wohnzwecke zählt zu den zentralen raumplanerischen Aufgaben einer Gemeinde. Eine Reihe von Raumordnungsinstrumenten und sonstige bodenpolitische Maßnahmen unterstützen diese bei einer aktiven Bodenpolitik und forcieren somit leistbares Wohnen und den (förderbaren) Wohnbau. Wie werden die Raumordnungsinstrumente nun eingesetzt und hat sich in den letzten Jahren dabei was verändert? Welche Instrumente und Herangehensweise sind in den einzelnen Gemeinden relevant und sinnvoll, um entsprechende Lösungen zu erreichen? Details siehe Studie.
SIR-Seminare
Das Schulungs- und Weiterbildungsangebot des SIR hat Tradition: seit mittlerweile mehr als 30 Jahren stellen wir ein umfangreiches Programm zusammen. Im Mittelpunkt stehen Themen unserer Arbeitsschwerpunkte sowie aktuelle Fragestellungen dazu. Dabei geben wir sowohl unsere eigene Expertise, als auch das Wissen externer Fachleute gerne weiter. Hauptzielgruppe sind die Gemeinden und alle im Gemeindeumfeld Tätigen (Raum- / Ortsplaner:innen, Projektentwicklung, Architekt:innen, Zivilingenieur:innen, Energieberater:innen, Bauträger, …). Das Angebot ist dabei zugeschnitten auf die Bedürfnisse in den Gemeinden und trägt somit zur Unterstützung der herausfordernden Aufgaben in der Gemeindearbeit bei. Die SIR-Seminare bieten Basiswissen und Wissens-Update, forcieren die Bewusstseinsbildung, stellen Praxisbeispiele vor und tragen zu einem breiten Netzwerk bei. Details siehe jeweils aktuelles Seminarprogramm.
Im Rahmen von länderübergreifenden, EU-kofinanzierten Projekten unterstützen wir die Agenden des Landes und der Gemeinden. Sie erbringen konkrete Ergebnisse in Salzburg, dienen für Know how-Austausch, neue Expertise, innovative Lösungen sowie Vernetzung. Aktuelle Projekte:
PINO (2026–2029)
PINO – Planning Instruments for Nature-based Solutions.
Co-developing and testing spatial planning tools for biodiversity, ecosystem services and ecological connectivity in mountain–lowland transition zones
- Projektpartner: ifuplan – Institute for Environmental Planning and Spatial Development GmbH & Co. KG (DE), Universität Würzburg (DE), Universität Udine (IT), Autonome Region Friaul-Julisch-Venezien (IT), Urban Planning Institute of the Republic of Slovenia (SI), Slovenian Forestry Institute (SI), Metropolregion Grenoble (FR), CEREMA – Centre for Studies and Expertise on Risks, Environment, Mobility and Planning (FR)
- Gesamtprojektbudget 2.496.205,85 € (EFRE-Förderung 75 %)
- Laufzeit: 06/2026-05/2029
- Projektauftraggeber: Interreg Alpine Space (EFRE-kofinanziert), Priorität 1 „Climate resilient and green Alpine region“, SO 1.2; Projekt-ID ASP0700580
In sechs alpinen Pilotregionen werden gemeinsam mit den Planungsbehörden Werkzeuge entworfen und im Arbeitsalltag der Verwaltung erprobt. Im Fokus stehen die Flächen am Übergang zwischen Ort und Umland – Ortsränder, Freiflächen und der Entwicklungsdruck nach außen. Daraus entsteht eine praktische Hilfe für Gemeinden, wie sich Siedlungsentwicklung und Naturraum gut zusammenbringen lassen – für lebendige Orte und einen sparsamen Umgang mit Boden.
Ziel ist die Entwicklung praktischer Planungshilfen für Gemeinden und Regionen, die Natur und Freiräume von Anfang an in die Entwicklung am Ortsrand und im Umland einbeziehen – für attraktive, lebenswerte Orte.
Projektwebsite: www.alpine-space.eu/project/pino

REHOME (2026–2028)
REHOME – Resilient Housing for Mountain Environments: Sicherheit und Lebensqualität in ländlichen Siedlungen
- Fördermittelgeber: Interreg VI-A Italien–Österreich 2021–2027
- Laufzeit: 03/2026–03/2028
- Kofinanzierung: Europäische Union, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
- Projektbeteiligung: Das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen ist als Projektpartner beteiligt.
Ländliche Siedlungen im Alpenraum stehen gleichzeitig unter klimatischem, demografischem, wirtschaftlichem und baulichem Druck. Leerstände, alternde Infrastruktur und sinkende Investitionen können einen Kreislauf aus Verfall, höheren Klimarisiken und abnehmender Lebensqualität auslösen.
Das grenzüberschreitende Projekt REHOME – Resilient Housing for Mountain Environments unterstützt Gemeinden im italienisch-österreichischen Projektgebiet dabei, besonders gefährdete Gebäude, Ortsteile, öffentliche Räume und Infrastrukturen frühzeitig zu erkennen und Investitionen gezielt zu priorisieren.
Dafür werden bestehende Analyse- und Planungsinstrumente weiterentwickelt, neue Indikatoren erprobt und klimatische, siedlungsstrukturelle sowie sozioökonomische Daten in einer offenen, interoperablen Datenbasis verknüpft. Der kartografische REHOME-Plan zeigt Revitalisierungsbedarfe und Entwicklungspotenziale auf. Eine ergänzende Feeling Map bezieht die Wahrnehmungen der Bevölkerung und lokaler Fachleute ein.
In Abstimmung mit dem Land Salzburg, Abteilung 10 – Raumordnung und Wohnen, wird 2027 eine Pilotgemeinde ausgewählt, die den festgelegten Kriterien entspricht. Dort werden konkrete, umsetzungsorientierte Maßnahmen entwickelt, praktisch erprobt und umgesetzt.
Die Ergebnisse aus den Pilotgemeinden fließen in ein transnationales Protokoll für raumplanerische Strategien ein. Zudem untersucht REHOME Klimaanpassungsmaßnahmen, öffentlich-private Partnerschaften sowie rechtlich und finanziell tragfähige Revitalisierungslösungen.
Schulungen unterstützen Gemeinden dabei, die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit Eigentümer:innen, Planer:innen, Projektentwickler:innen und politischen Entscheidungsträger:innen umzusetzen. So stärkt REHOME Ortskerne, nutzt bestehende Gebäude und Infrastrukturen besser und macht ländliche Gemeinden langfristig sicherer, attraktiver und lebenswerter.

ESBG BauKREIS-EUREGIO (BA0200393, Sbg-240)
Kreislauffähiges Bauen und Sanieren in der EUREGIO
- Projektpartner: Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen GmbH (Lead-Partner), Ressourcen Forum Austria, Chiemgau GmbH
- EU-Förderung aus INTERREG: max. 74.865,15 EUR
- Gesamtbudget: 99.820,- EUR
- Laufzeit: 01/2026 – 06/2027
Der Gebäudesektor zählt zu den ressourcenintensivsten Bereichen Europas und ist für erhebliche Umweltwirkungen verantwortlich, insbesondere durch hohen Materialeinsatz, Energieverbrauch und Abfallaufkommen. Im ländlich-alpinen Raum Salzburg–Bayern besteht zugleich ein großer Sanierungs- und Neubedarf bei kommunalen Gebäuden. Vielen Gemeinden fehlen jedoch praxistaugliches Know-how, klare Leitlinien und regionale Beispiele für kreislauffähiges Bauen und Sanieren. Sichtbare Positivbeispiele aus der EUREGIO sind daher entscheidend, um Vertrauen in ressourcenschonende Lösungen zu schaffen.
Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „BauKREIS-EUREGIO – Kreislauffähiges Bauen und Sanieren in der EUREGIO“ im Interreg-Programm Bayern–Österreich genehmigt. Das Projekt richtet sich an Gemeinden im Grenzraum der EUREGIO Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein. Ziel ist es, Gemeinden bei der wirtschaftlichen, robusten und zukunftstauglichen Umsetzung kommunaler Bau- und Sanierungsvorhaben zu unterstützen, um in der Folge unnötige Material-, Transport- und Folgekosten zu vermeiden.
Kreislauffähiges Bauen ist im Alpenraum besonders relevant, da Ressourcenknappheit, hohe Transportaufwände, ökologische Sensibilität und die starke Betroffenheit vom Klimawandel besondere Herausforderungen darstellen. Das Projekt ist bewusst praxisnah aufgebaut: Es beginnt mit einer Bedarfserhebung und Umfeldanalyse und setzt auf Workshops und Exkursionen zu realisierten Beispielen in der Region. Rund 100 Entscheidungsträger:innen aus Gemeinden sollen so erreicht werden.
Ein zentraler Output ist ein praxistauglicher Handlungsleitfaden, der auf den konkreten Bedarfen der Gemeinden basiert und kreislauffähiges Bauen und Sanieren für öffentliche Gebäude erleichtert. Damit werden Ressourcen geschont, Kosten gesenkt und regionale Wertschöpfung gestärkt.
Die Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice Gmbh ist ebenfalls eingebunden.


BONUS Wohnraum (2026–2028)
Bestand Optimal Nutzen Und Sanieren – Wohnraum schaffen
Informations- und Beratungsangebot zur Optimierung des Wohngebäudebestandes
- Fördermittelgeber: Interreg Bayern-Österreich (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)
- Laufzeit: 01/2026 – 12/2028
- Kofinanzierung der Europäischen Union
- Projektwebsite www.bonus-wohnraum.eu
Im Fokus dieses dreijährigen, grenzüberschreitenden und von der EU kofinanzierten Projektes stehen zwei zentrale Herausforderungen: die seit Jahren steigende Wohnfläche pro Kopf und der damit verbundene höhere CO2-Ausstoß sowie die zunehmende Wohnungsnot. Während Neubauprojekte wertvolle Flächen versiegeln und hohe Emissionen verursachen, gibt es im Bestand – insbesondere in Ortskernen und älteren Wohngebieten – ungenutzte Potenziale für eine nachhaltige Nachverdichtung und Sanierung. Im Projekt werden gemeinsame Strategien entwickelt, um bestehende Gebäude klimagerecht zu sanieren, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und Flächen effizient zu nutzen.
Gesamtprojektbudget: 1.033.554,80 EUR
davon 75% EFRE-Förderung der EU
Erste Ergebnisse: Geschichten des Gelingens


Soil:OurInvisibleAlly (2024–2027)
Boden: Unserer Unsichtbarer Verbündeter
Erleichterung der Umsetzung der EU-Bodenstrategie in Gemeinden der Alpenregion, wodurch transnationales Wissen, gegenseitiges Lernen und konkrete, sektorübergreifende Umsetzung auf lokaler Ebene genutzt werden können.
- Fördermittelgeber: Interreg Alpine Space Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)
- Laufzeit: 09/2024 – 08/2027
- Kofinanzierung der Europäischen Union
- Projektwebseite: https://www.alpine-space.eu/project/soilourinvisibleally/
Das EU-Projekt SOIL:OurInvisibleAlly, gefördert durch das INTERREG-Programm, widmet sich dem nachhaltigen Bodenmanagement im Alpenraum. Im Rahmen des Projekts arbeiten 12 Partnerinstitutionen aus Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und Slowenien interdisziplinär zusammen, um den Boden – als eine der wichtigsten, aber oft vernachlässigten Ressourcen – langfristig zu schützen und zu bewahren. Das Projekt betrachtet das Thema aus den drei Perspektiven der Forstwissenschaft, Agrarwissenschaft und Raumplanung.Das SIR konzentriert sich dabei auf die raumplanerischen Aspekte des Bodenmanagements. In der Pilotregion Oberpinzgau wird untersucht, wie nachhaltige Bodennutzung in Planungsprozesse integriert werden kann, um die Resilienz der Region gegenüber Umweltveränderungen zu stärken und eine zukunftsorientierte Landnutzung zu fördern.
Gesamtprojektbudget: 2.849.646,30 EUR
davon 75% EFRE-Förderung der EU

RenewLab (2021–2027)
Neue Sanierungsexperimentierzentren verbinden Kreislaufwirtschaft, regionale Materialien und Fachwissen
- Fördermittelgeber: Interreg VI-A-Italien-Österreich 2021-2027
- Laufzeit 05/2026 – 07/2028
- Lead-Partner: Basis Vinschgau Venosta
- Projektpartner: EURAC Research, Plattform Land, Confartigianato Belluno, Vivius, Gemeinde Calalzo di Cadore, Raumschmiede ZT GmbH und SIR
Das EU-Projekt RenewLab bringt nachhaltige und kreislauffähige Sanierung in die Praxis. Im Zentrum stehen drei Living Labs in Schlanders, Calalzo di Cadore und Obertilliach. In diesen bestehenden leerstehenden Gebäuden werden nachhaltige Bauweisen und regionale, biobasierte Materialien wie Holz, Hanf, Lehm, Kalk und Stroh unter realen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden dokumentiert und für die praktische Anwendung zugänglich gemacht. Ergänzend werden die SUSMAT-Materialdatenbank weiterentwickelt und der Wohnprototyp CUBO erprobt. Gemeinsam mit Partnern aus Österreich und Italien verfolgt RenewLab ein klares Ziel: Klimafitte Gebäude, ressourcenschonendes Bauen und nachhaltige Sanierung im Alpenraum dauerhaft in der Praxis zu verankern. RenewLab stärkt zudem die Zusammenarbeit zwischen Handwerk, Unternehmen, Gemeinden, Forschung und Bildung. Schulungen, Exkursionen und weitere Formate fördern den Wissenstransfer und unterstützen Fachkräfte bei der Umsetzung nachhaltiger Sanierungslösungen. Das EU-Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von rund einer Million Euro. RenewLab leistet damit einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands und zu einer zukunftsfähigen Baukultur im Alpenraum.
BrokeringSpaces (2025–2026)
Raumplanung im Alpenraum: Nachhaltige Lösungen für die Zukunft (BrokeringSpaces)
Neue Ansätze für eine flächensparende und klimafreundliche Raumplanung
Das Projekt BrokeringSpaces entwickelt innovative Ansätze für die Raumplanung im Alpenraum. Ziel ist die Schaffung von Transformationspfaden für eine nachhaltige und integrative Raumplanung auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. BrokeringSpaces konzentriert sich auf die Entwicklung praktikabler Lösungen, die den Flächenverbrauch minimieren und Klimaanpassungsmaßnahmen fördern. Durch die Analyse der Kombination von nationaler und regionaler Gesetzgebung mit lokalen Traditionen werden umsetzbare und effektive Transformationspfade entwickelt, die den vielfältigen Anforderungen im Alpenraum gerecht werden.
Das Small Scale Alpenraumprojekt zielt darauf ab, den in der Alpenregion knappen und wertvollen Raum effizienter zu nutzen und Konflikte zwischen verschiedenen Nutzenden ohne zusätzlichen Bodenverbrauch zu lösen. Ausgangspunkt ist die zunehmende Konkurrenz um Flächen, verschärft durch den Klimawandel, der mehr Raum für Ökosystemdienstleistungen und eine Verbesserung der natürlichen Ressourcenqualität erfordert. Da bestehende Ansätze oft isoliert wirken und ein koordinierter, mehrstufiger Planungsrahmen fehlt, setzt das Projekt auf die Entwicklung umfassender Transformationsszenarien. Diese entstehen durch die kombinierte Bewertung rechtlicher und informeller Raumplanungsinstrumente, wodurch praktikable Lösungen im Einklang mit lokalen Traditionen gefördert und die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen gestärkt werden.
Die Ergebnisse des Projekts sollen eine echte Entscheidungshilfe für Regionen und Gemeinden darstellen, die sich in Raumnutzungskonflikten befinden. Mit dem Projekt soll ein konstruktiver Wandel eingeleitet werden, es sollen neue praktikable Lösungsansätze für die Aushandlungsprozesse um das kostbare Gut Boden geschaffen werden. Nach dem Motto: „Lasst uns den Boden verhandeln, nicht versiegeln!“ Außerdem befassen sich die Partner:innen im Rahmen des Projekts auch mit der Entwicklung von Schulungsmaßnahmen zum Kapazitätsaufbau für Planer:innen beim Thema integrierte Stadtentwicklungskonzepte (ISEK).
- Projektlaufzeit:01/2025 – 12/2026
- Gesamtprojektbudget € 692.794,56, davon EFRE: € 481.795,92
Budget SIR: € 159.600,00, davon EFRE € 119.700,00 - Fördergeber: Interreg Alpine Space Programme (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung /EFRE)
- Link zur Projektwebsite: BrokeringSpaces – Alpine Space Programme

PlanToConnect (2022–2025)
Verankerung des ökologischen Verbunds in den Raumplanungssystemen des Alpenraums
- Fördermittelgeber: Interreg Alpine Space Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)
- Laufzeit: 11/2022 – 10/2025
- Kofinanzierung der Europäischen Union
- Projektwebseite: alpine-space.eu/project/plantoconnect
Ökologische Vernetzung ist ein grundlegendes Instrument für den Schutz der biologischen Vielfalt, sie wird jedoch in den alpinen Raumplanungssystemen nicht ausreichend berücksichtigt. Die bestehenden Schutzgebiete wurden eingerichtet, um die biologische Vielfalt und die Ökosystemfunktionen aufrechtzuerhalten, um aber effektiv zu sein, müssen sie durch ein ökologisches Netzwerk miteinander verbunden sein. Ein übergreifendes Konzept zur Planung der ökologischen Vernetzung, das die Umsetzung der (transnationalen) Korridore in den Alpen regelt, fehlt derzeit. Daher müssen regionale Netzwerke, einschließlich der Planungsmethodik von Korridoren, harmonisiert und die Raumplanungssysteme im Alpenraum entsprechend weiterentwickelt werden.
Hier setzt das EU-Projekt PlanToConnect an und wird aufzeigen, wie die Berücksichtigung der ökologischen Konnektivität in den Raumplanungssystemen der Alpenländer gefördert werden kann. Im Rahmen der transnationalen Zusammenarbeit werden eine Planungsstrategie sowie Aktivitäten zum Aufbau von Kompetenzen entwickelt und getestet, um Biodiversität und ökologische Vernetzung in Raumplanungsinstrumenten und -politiken zu integrieren. Dabei werden auch auf die Ergebnisse und Erfahrungen, die im Rahmen von früheren Alpenraumprojekten (z.B. ALPBIONET2030, OpenSpaceAlps) entwickelt wurden, mitberücksichtigt und bei der Planung ökologischer Netzwerke in den Partnerregionen des Alpenraums angewandt und erprobt. Diese gemeinsame Entwicklung wird zur Verbesserung eines kohärenten Netzwerks von grünen und blauen Infrastrukturen im Alpenraum beitragen.
Gesamtprojektbudget: 2,461,927 EUR
EFRE-Förderung der EU: 1,846,446 EUR

OpenSpaceAlps (2019–2022)
Nachhaltige Entwicklung alpiner Freiräume durch eine verbesserte Raumplanungspolitik
Das Projekt OpenSpaceAlps bezieht sich räumlich auf den Alpenraum und auf das Gebiet, das von EUSALP – EU-Strategie für den Alpenraum umfasst wird. Sieben Institutionen aus Österreich, Frankreich, Italien, Deutschland und Slowenien sind an der Umsetzung des Projekts beteiligt. Als Leadpartner leitet das SIR das Projekt.
Ziel des Projekts ist die Förderung der nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums durch die Erhaltung von Freiräumen als Teil der alpinen grünen Infrastruktur. Mit Hilfe von vernetzter, mehrstufiger, transnationaler Raumordnung werden die Integration der Funktionen und Bedürfnisse der Ökosysteme in der Politik berücksichtigt. Durch die Anwendung eines partizipativen Ansatzes stärken und koordinieren wir regionale, nationale und transnationale Raumplanungsprozesse. So tragen wir zu den Programmzielen bei, indem wir die Integration von Ökosystemdienstleistungen in das politische System des Alpenraums verbessern. Die Initiierung und Moderation eines Prozesses zur Übernahme neuer raumplanerischer Ansätze in den Alpenraumländern ist daher ein Muss.

SusMat (2023–2026)
Förderung ökologischer Sanierungen von Leerständen und nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung in drei Gemeinden
- Fördermittelgeber: Interreg VI-A-Italien-Österreich 2021-2027
- Laufzeit 2024 – 2026
- Lead-Partner: EURAC Research
- Projektpartner: Plattform Land, Confartigianato Belluno – Unione artigiana piccole imprese e cittadini, Vivius – Innovationscluster der autonomen Provinz Bozen zum nachhaltigen Bauen im alpinen Rau, die Gemeinden Mölten (Südtirol), Anras (Osttirol) und Filzmoos (Salzburg) sowie das SIR
Das EU-Projekt SUSMAT fördert die nachhaltige Ortsentwicklung und den ressourcenschonenden Umgang mit Bestandsgebäuden im Bau- und Sanierungssektor. Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Baustoffe, energieeffiziente Sanierungslösungen und die Kreislaufwirtschaft. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu Strategien wie der Renovation Wave und dem European Green Deal.
Anhand von drei historischen, teilweise leerstehenden Gebäuden – dem Mesnerstadele in Mölten dem Mesnerhaus in Anras und dem Gemeindeamt in Filzmoos – werden beispielhafte Sanierungskonzepte entwickelt und umgesetzt. Diese Gebäude werden nachhaltig (teil-)saniert, wobei regionale Materialien verwendet und lokale Unternehmen eingebunden werden. Die Wiederbelebung der Gebäude schont Ressourcen, stärkt den sozialen und kulturellen Wert der Gemeinden und trägt zur nachhaltigen Ortsentwicklung bei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Partnern aus Südtirol, Osttirol und Salzburg sowie auf Vernetzung, Schulungen und Sensibilisierung im Bausektor. Veranstaltungen, ein Förderleitfaden und die SUSMAT-Materialdatenbank unterstützen regionale Akteure bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Bau- und Sanierungsprojekte. Besonderes Augenmerk gilt dabei den eingesetzten Materialien und dem Ressourcenbedarf über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,2 Mio. Euro.
Weblinks:
- SUSMAT | Interreg Italien Österreich
- https://www.eurac.edu/de/institutes-centers/institut-fuer-erneuerbare-energie/projects/susmat

Infrastrukturkosten in der Siedlungsentwicklung, 2022:
Foliensatz steht auf Anfrage als PDF zur Verfügung

Mag. Manuela Brückler
Raumordnung, kommunale Entwicklung

Mag. Ursula Empl
Raumordnung, kommunale Entwicklung, Seminare

DI Robert Krasser
Raumordnung, kommunale Entwicklung

Mag. Walter Riedler
Raumordnung, kommunale Entwicklung

Philipp Vesely, BSc
Raumordnung, kommunale Entwicklung


