Zukunftsraum Gemeinde
Was müssen wir heute tun, damit auch unsere Nachkommen in unserer Gemeinde gut leben können? Was braucht es, damit unsere Gemeinde lebenswert bleibt? Unter diesen Leitfragen gestalten Salzburger Gemeinden im Rahmen des Programms Zukunftsraum Gemeinde ihre Zukunft „enkeltauglich“. In strukturierten Beteiligungsprozessen erarbeiten Gemeinden gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Zukunftsperspektiven und nachhaltige Projektideen. Das SIR unterstützt und begleitet dabei, Förderungen für Gemeinden gibt es vom Land Salzburg.

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Jetzt Programm-Newsletter abonnierenWas es braucht, damit ein Lebensraum zukunftsfähig bleibt, wissen diejenigen am besten, die darin wohnen. Darum stehen im Programm „Zukunftsraum Gemeinde“ die Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund. Wir unterstützen die Menschen vor Ort in klar definierten Prozessen dabei, die Zukunft ihrer Gemeinde gemeinsam zu planen. So entstehen Lösungen, die von allen mitgetragen werden und die Demokratie vor Ort wird gestärkt.
Dabei fokussieren wir uns auf eine nachhaltige Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft gerecht wird, ohne die Chancen künftiger Generationen zu schmälern. Das umfasst alle Bereiche – Wirtschaft, Umwelt, Soziales und Kultur, ohne zu vergessen, dass wir alle Teil eines großen globalen Ganzen sind.
„Erkläre mir und ich werde vergessen. Zeige mir und ich werde mich erinnern. Beteilige mich und ich werde verstehen.“ – Konfuzius
- Erhöhte Nachvollziehbarkeit, Akzeptanz von und Identifikation mit Entscheidungen, die langfristig haltbar sind und breit getragen werden
- Unterstützung des Interessenausgleichs
- Gestärktes Vertrauen in Politik und Verwaltung
- Einsparen von Zeit und Kosten bei der Umsetzung von Vorhaben
- Potenzialentfaltung auf lokaler Ebene
- Bewusstsein für regionale und globale Zusammenhänge schaffen
- Beitrag zu inklusivem Gemeinwesen
Das Programm umfasst fünf Förderschwerpunkte (Module), darunter drei Basismodule und zwei Aufbaumodule. Damit ermöglichen wir individuell auf die Gemeinde zugeschnittene Beteiligungsprozesse. Gemeinden können für ihren Beteiligungsprozess eine Förderung des Landes Salzburg beantragen.

Die gesamte Förderrichtlinie des Programms Zukunftsraum Gemeinde finden Sie in unseren Downloads.

Zurzeit sind folgende Zukunftsraum-Gemeinden in Prozessen aktiv:
Großarl: Umsetzungsprogramm
Großarl startete im April 2025 mit einem Basisprozess für breite Bürger:innenbeteiligung. Im Laufe des Prozesses erarbeitete die Gemeinde gemeinsam mit ihren Bürger:innen ein Zukunftsprofil und setzte bereits nachhaltige Projektideen um. Im Rahmen der Umsetzungsprogramm-Förderung werden weitere Projektideen in ihrer Umsetzung unterstützt.
Prozessbegleitung:
Kaprun: Themenbeteiligung
Das Areal des ehemalige Hallenbads im Ortskern bietet großes Potenzial für ein generationenübergreifendes Zentrum. Nach einer Ideensammlung 2023 liegt ein Raum- und Nutzungskonzept vor. In einer für Herbst 2026 geplanten Themenbeteiligung sind weitere Anregungen der Kapruner:innen für eine nachhaltige Entwicklung des Areals willkommen.
Prozessbegleitung:
Krispl: Umsetzungsprogramm
Krispl startete im November 2024 mit einem Basisprozess für breite Bürger:innenbeteiligung. Im Laufe des Prozesses erarbeitet die Gemeinde gemeinsam mit ihren Bürger:innen ein Zukunftsprofil und setzen bereits erste nachhaltige Projektideen um.
Prozessbegleitung Basisprozess:
Krispl: Themenbeteiligung
Die Gemeinde startete aufbauend auf dem Basisprozess eine Themenbeteiligung mit dem Schwerpunkt Tourismus, unter dem Motto „Wir nutzen unsere Chance im Tourismus für die Zukunftsentwicklung unserer Gemeinde“. Ziel ist es, gemeinsam mit Bevölkerung, Wirtschaft und Tourismusakteur:innen eine neue Identität nach dem Wegfall des Skigebiets zu entwickeln.
Prozessbegleitung:
Saalfelden: Themenbeteiligung
Was müssen wir tun, damit Saalfelden auch in Zukunft für unsere Senior:innen ein guter Platz zum Leben bleibt? Dieser Fragestellung widmet sich die Stadtgemeinde Saalfelden mit breiter Beteiligung ihrer Bürger:innen sowie aller relevanter Organisationen und Einrichtungen im Rahmen eines Themenbeteiligungsprozesses.
Prozessbegleitung:
Diana Schmiderer
SPES Zukunftsakademie
Schleedorf: Themenbeteiligung
Im Beteiligungsprozess „Wir öffnen unseren Erinnerungskoffer“ in Kooperation mit den Gemeinden Köstendorf und Berndorf werden mit Menschen im Senior:innenwohnhaus Köstendorf Erinnerungen gesammelt, einander erzählt, kreativ aufbereitet und in einer großen Veranstaltung mit allen Generationen geteilt. Es geht um persönliche Geschichten, was jüngere Generationen aus diesen lernen können und um mehrere Blickwinkel auf das Leben von damals.
Prozessbegleitung:
Seekirchen am Wallersee: Umsetzungsprogramm
In einem kompakten Beteiligungsimpuls mit Bürger:innenrat erarbeitete die Gemeinde mit Bürger:innen und relevanten Stakeholdern Ideen und Visionen zur Frage: „Wie kann das Ortszentrum attraktiviert werden?“ Mit dem danach eingereichten Umsetzungsprogramm werden nun Schritte zur Realisierung dieser Ideen unterstützt.
Prozessbegleitung:
Strobl: Themenbeteiligung Jugend
In Strobl wird gemeinsam mit Jugendlichen im Ort an einem Konzept für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Jugendarbeit gearbeitet. Mit Workshops an Schulen, Online-Umfragen und öffentliche Veranstaltungen werden die Jugendlichen auf ihrer Entwicklung von Betroffenen zu Gestalter:innen begleitet. Die Kooperation mit akzente Salzburg sichert eine langfristige und gute Einbindung der erarbeiteten Maßnahmen in die Jugendarbeit.
Prozessbegleitung:
Diana Schmiderer, in Kooperation mit akzente Salzburg
Jugendbeteiligung Strobl
Unken: Beteiligungsimpuls dritter Ort
Die Gemeinde Unken hat in einem neu erbauten Wohnhaus im Zentrum die Möglichkeit geschaffen, im Erdgeschoss Räume gemeinschaftlich zu nutzen. Unter dem Namen „Zommkema in Unken“ soll ein Ort entstehen, der den unterschiedlichsten Institutionen, Vereinen und Gruppen als Treffpunkt und Veranstaltungsort dient. Im Rahmen des Zukunftsraum Gemeinde Beteiligungsimpuls werden möglichst viele Gemeindebürger:innen und auch lokale Institutionen in die Gestaltung und Belebung des dritten Ortes aktiv eingebunden.
Prozessbegleitung:
Diana Schmiderer
Weißbach bei Lofer: Umsetzungsprogramm
Nach einem Ende 2024 gestarteten breiten Basisprozess und einer Themenbeteiligung zur Ortskerngestaltung werden in einem im Umsetzungsprogramm werden fünf im Basisprozess entstandene Projekte in der Umsetzung weiter unterstützt.
Prozessbegleitung Basisprozess: Wolfgang Mader
Prozessbegleitung Themenbeteiligung: Philipp Stromer
Zukunftsraum Weißbach
Alle Zukunftsraum-Gemeinden
Seit 2003 führten folgende Gemeinden und Regionen Bürger:innenbeteiligungsformate durch und sind Teil unseres Netzwerks:
Flachgau
Bergheim, Dorfbeuern, Elixhausen, Faistenau, Fuschl, Hof, Koppl, Köstendorf, Mattsee, Neumarkt, Oberndorf, Obertrum, Plusregion (Zusammenschluss: Straßwalchen, Neumarkt am Wallersee, Köstendorf), Schleedorf, Seeham, Seekirchen, Straßwalchen, Strobl und Thalgau
Tennengau
Hallein, Krispl, Scheffau und St. Koloman
Pinzgau
Dienten, Kaprun, Lend-Embach, Leogang, Saalfelden, St. Martin bei Lofer, Viehhofen, Wald im Pinzgau, Unken und Weißbach
Pongau
Altenmarkt, Dorfgastein, Flachau, Großarl, Kleinarl, Pfarrwerfen – Werfen – Werfenweng, Goldegg – St. Veit – Schwarzach, und St. Martin am Tennengebirge
Lungau
Mariapfarr, Region Lungau und Thomatal
Hinweis: Zukunftsraum Gemeinde hieß bis 2024 Agenda 21.
Vielfältige Projektideen entstehen in Beteiligungsprozessen und kommen in unterschiedlicher Ausprägung zur Umsetzung. Hier eine Auswahl an Beispielen:
Baukulturleitlinien St. Martin bei Lofer
Die Gemeinde St.Martin b.L. erarbeitete unter Einbeziehung ihrer Bürger:innen Baukulturleitlinien. Dabei konnten Bürger:innen durch ihr Engagement Einfluss auf die klassische Gemeindearbeit und bei der baulichen Gestaltung ihrer Gemeinde nehmen. Aufgrund der Richtlinie gestalten sich Bauverfahren transparent und die Entscheidung des Amtes werden gut akzeptiert.
Calisthenics Park Wald im Pinzgau
Eine Projektgruppe aus dem Basisprozess Wald, zusammengesetzt aus allen Generationen, setzte sich die Verbesserung von Freiluft-Sportmöglichkeiten in der Gemeinde als Ziel. Dank des großartiges ehrenamtlichen Engagements vieler Walder:innen, der großzügigen Unterstützung lokaler Firmen sowie der Umsetzungsprogramm-Förderung konnte Anfang Juli 2026 ein neuer Calisthenics-Park feierlich eröffnet werden.
EEG Weißbach
Im Rahmen des Basisprozesses hat sich eine Gruppe energieinteressierter Personen gefunden, die die erste lokale Energiegemeinschaft im Ort gegründet haben. Sie haben mit Unterstützung durch die KEM Nachhaltiges Saalachtal einen Verein gegründet, über den sie lokal produzierten Strom untereinander austauschen können. Damit sparen sie nicht nur Kosten, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Energieautonomie der e5-Gemeinde Weißbach.
E-Mobiles Leogang
Die Gemeinde Leogang entwickelte mithilfe einer Umsetzungsförderung das Projekt „Leogang wird sanft mobil“. Daraus entstand eine E-Car-Sharing-Initiative – das LEO-mobil. Seit 2019 werden der PKW und zwei Busse gerne von den Leoganger Bürger:innen genutzt.
Für ein gutes „Mitanond“ in St. Martin bei Lofer
Die Gemeinde St. Martin b.L. griff die Idee einer Sozialplattform aus dem Zukunftsprofil auf. Im Folgeprozess „Wir leben miteinander, wir brauchen einander“ entwickelte sie diese Idee gemeinsam mit ihren Bürger:innen weiter. Schlussendlich gründete sich der Verein „Mitanond“. Der Verein ist auf ehrenamtliche, soziale Hilfsdienste z.B. für Fahrten für Einkäufe oder zum Arzt, sowie Besuche, ausgerichtet.
Klimarat Elixhausen
Eine engagierte Gruppe Freiwilliger setzt sich für erlebbare Nachhaltigkeit, Biodiversität, machbaren Klimaschutz und realistische Energielösungen ein. Unter dem Motto „Vom miteinander Reden zum gemeinsamen Handeln“ verbindet die Initiative Bewusstseinsbildung mit konkreten Maßnahmen. 2026 begleitet sie die Überarbeitung des Energieleitbildes – mit dem Ziel einer klimaneutralen, lebenswerten und zukunftstauglichen Gemeinde.
Kofferraumflohmarkt Koppl
Im Beteiligungsprozess der Gemeinde Koppl fand eine Gruppe Bürger:innen zusammen, die den Ort mit Veranstaltungen beleben möchte. Eine schnell umgesetzte Idee dieser Projektgruppe war ein Kofferraumflohmarkt. Dieser wird in der Zukunft weiterhin stattfinden.
Loigom hoit zom
In Leogang führte der Beteiligungsprozess zur Gründung des Hilfs- und Sozialvereins „Loigom hoit zom“. Seit 2018 bietet der Verein ehrenamtliche Unterstützung, rasch und unbürokratisch, im Alltag als auch in Notsituationen. Spendengelder und die Unterstützung der Gemeinde stellen die Arbeit des Vereins auf stabile Füße. Inzwischen kann der Verein in einem eigenen Gebäude (Lebensraum Leogang) arbeiten und wirkt mit Veranstaltungen wie einem Adventmarkt an einem lebendigen Leogang mit.
Outdoorparc Mariapfarr
Der Outdoorparc entstand aus einer Initiative im Rahmen eines Beteiligungsprozesses der Gemeinde Mariapfarr. Durch eine LEADER-Förderung wurde ein brachliegender Teich umgestaltet. Der Outdoorparc ist interessantes Angebot, für die gesamte Region, für Schülergruppen aus der Jugendherberge wie auch für Teambuilding-Maßnahmen von Firmen. Inzwischen wurde der Outdoorparc auch zweimal erweitert.
Taugler Körberl
Die Nahversorgung stellt die Bürger:innen in St. Koloman seit der Schließung des ADEG-Marktes und des Lagerhauses vor Herausforderungen. Eine engagierte Projektgruppe entwickelte gemeinsam mit den Taugler Landwirt:innen die Idee einer FoodCoop. Die Taugler:innen können über das „Taugler Körberl“ regionale Lebensmittel und Produkte, z.B. Naturkosmetik, direkt von den lokalen Bäuerinnen und Bauern kaufen.
TeTaRe - Teilen, tauschen, Reparieren in Thalgau
Müll vermeiden, Ressourcen schonen und gleichzeitig Geld sparen – das war die Motivation für die Projektgruppe TeTaRe (TEilen TAuschen REparieren) in Thalgau. In Repair Cafés reparieren ehrenamtliche Fachleute und Freiwillige Gegenstände und geben Hilfestellung zum selber Reparieren. Mit der „Fundgrube“ in der alten Feuerwehr Unterdorf ist ein Ort entstanden, an dem funktionstüchtige Gegenstände weitergegeben werden. So wird alten Lieblingsstücken nicht nur ein neues Leben gegeben – TeTaRe ist auch ein Marktplatz für den Austausch von Talenten und Fähigkeiten und gelebte Nachbarschaftshilfe.
Verweilplätze in Neumarkt am Wallersee
Eine Umsetzungsförderung ermöglichte, unter dem Motto „Wir schaffen Verweilplätze“ einer Gruppe Jugendlicher mit Unterstützung des Bauhofes neue Sitzgelegenheiten für Neumarkt zu bauen. Diese entstanden an drei Workshop-Nachmittagen im Rahmen des Ferienprogrammes. Die Sitzgelegenheiten werden ab Frühjahr im Zentrum und im Naherholungsgebiet, sei es an Spielplätzen, am Wallersee oder an beliebten Spazierwegen, aufgestellt.

Anita Eder, BA
Zukunftsraum Gemeinde

DI Veronika Katzlinger
Projektbetreuung

Mag. Alois Schläffer, MSc
Zukunftsraum Gemeinde

Kristina Sommerauer, MSc
Zukunftsraum Gemeinde



