SIR-Wohnbauexkursion 2026: Neue Wohnformen für den ländlichen Raum

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12.10.2026
Gruppenfoto der Wohnbauexkursion mit vielen Menschen vor einem Haus mit Holzverkleidung.

Anfang Oktober veranstaltete das SIR die diesjährige Wohnbauexkursion. Zwei Tage lang ging es nach Oberbayern unter dem Titel „MEHR als ein Einfamilienhaus – neue Wohnformen für den ländlichen Raum“.

Das Einfamilienhaus ist nach wie vor ein prägendes Wohnideal und steht für Freiraum, Privatheit und das eigene Zuhause. Gleichzeitig bringt diese Wohnform einen sehr hohen Flächenverbrauch mit sich und passt auch nicht zu allen Lebenssituationen. Die Exkursion zeigte, welche Alternativen möglich sind, um vorhandene Flächen besser zu nutzen, leistbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig attraktive, lebendige Ortsstrukturen zu erhalten. Folgende Projekte wurden besichtigt:

  • Forschungshäuser und Genossenschaftliches Wohnen, Bad Aibling
    Die Forschungshäuser von Florian Nagler demonstrieren, wie einfaches, ressourcenschonendes und sortenreines Bauen gelingen kann. Aufbauend auf diesem Low-Tech-Ansatz entstand das genossenschaftliche Wohnprojekt der WOGENO mit 22 Wohnungen.
  • Tannenhof, Bad Feilnbach
    Auf einer brachliegenden Fläche im Ortszentrum wurde ein generationenübergreifendes Quartier mit fünf Gebäuden und 56 Wohneinheiten entwickelt. Nach intensiver Bürgerbeteiligung entstand eine Siedlung mit hoher Aufenthalts- und Freiraumqualität, sowie Kindergarten, betreuten Wohnformen, geförderten Wohnungen und Eigentum. Das zentrale „Wohnzimmer“ dient als konsumfreier Treffpunkt für die Gemeinschaft.
  • Pallauhof, Münsing
    Anstelle geplanter Einfamilien- und Doppelhäuser entstand ein nachbarschaftliches Mehrgenerationenquartier mit zwei langgestreckten Baukörpern rund um einen bestehenden Baumbestand als gemeinschaftlichen Mittelpunkt.
  • Schmucker-Areal, Utting am Ammersee
    Im Einzugsbereich von München ist leistbarer Wohnraum für die lokale Bevölkerung eine besondere Herausforderung Die Gemeinde reagierte mit aktivem Bodenmanagement und erwarb ein Grundstück, um geförderten Wohnraum zu schaffen. Das Schmucker-Areal zeigt, wie Gemeinden durch langfristige Bodenpolitik leistbaren Wohnraum ermöglichen können.
  • Mehrgenerationenhaus Kranzberg
    Zum Abschluss führte die Exkursion nach Kranzberg, nördlich von München. Auf einem ehemaligen Parkplatz entstand kommunaler, geförderter Wohnraum mit 21 Wohnungen für unterschiedliche Generationen. Inspiriert von der Struktur eines Vierkanthofs fördern dort gemeinschaftliche Freiräume, Laubengänge und ein zentrales Gemeinschaftshaus den Austausch und das Zusammenleben.

Die Exkursion bot spannende Einblicke, inspirierende Projekte und wertvolle Impulse für die zukünftige Wohnraumentwicklung im ländlichen Raum.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Vortragenden, Projektverantwortlichen und Teilnehmenden für den gelungenen fachlichen Austausch.

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