SIR-Gemeindetag: Salzburgs Gemeinden gestalten gemeinsam ihre Zukunft

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19.10.2026
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Klimawandelanpassung, lebendige Ortskerne und die Energiezukunft standen beim SIR-Gemeindetag in Hallwang im Mittelpunkt. Zahlreiche Praxisbeispiele zeigten, wie Gemeinden mit konkreten Maßnahmen Lebensqualität sichern und nachhaltige Entwicklung vorantreiben können.

Wie können Gemeinden auf die Folgen des Klimawandels reagieren, ihre Ortskerne stärken und die Energieversorgung nachhaltig gestalten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ersten SIR-Gemeindetags, der am 15. Oktober im Kulturzentrum Hallwang stattfand. Unter dem Motto „Gemeinsam Lebensqualität gestalten“ brachte das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR) Gemeindevertreter:innen, Fachleute und Partnerorganisationen zusammen. Das Programm verdeutlichte, wie eng Energie, Klimaschutz, Resilienz, räumliche Entwicklung und Lebensqualität miteinander verbunden sind – und welche Möglichkeiten Gemeinden haben, diese Bereiche aktiv zu gestalten.

Klimawandelanpassung: Gemeinsam auf Naturgefahren reagieren

Den Auftakt des Fachprogramms bildete das Thema Klimawandelanpassung. Fritz Zobl vom Programm Klima Wandel Anpassung Salzburg des SIR beleuchtete die Bedeutung der Anpassung an die Folgen des Klimawandels für Gemeinden. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und zunehmende Wetterextreme stellen Kommunen vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger sind vorausschauende Planung, regionale Zusammenarbeit und Maßnahmen, die die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden stärken.

Wie Gemeinden gemeinsam mit Schutzwassergenossenschaften den Folgen von Starkregenereignissen – etwa Muren und daraus entstehenden Schäden – vorbeugen können, stand anschließend im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion. Vertreter:innen aus der Praxis berichteten dabei von ihren Erfahrungen und zeigten konkrete Ansätze für die kommunale Vorsorge auf: Gebhard Neumayr, Leiter Wildbach- und Lawinenverbauung, Sebastian Weber, Programm Klima Wandel Anpassung Salzburg, Thomas Maier, Obmann Wildbachgenossenschaft Rettenbach, Stefan Kaiser, Referatsleiter kommunale Infrastruktur, Andreas Fanninger, Bürgermeister Unternberg, und Pia Hohenwarter, KLAR! Pinzgau. Abschließend wurde darüber diskutiert, wie die Finanzierungsmethode der Schutzwassergenossenschaften auch auf andere Maßnahmen übertragbar gemacht werden kann.

Ortskernstärkung: Lebendige Zentren schaffen

Der zweite Themenblock widmete sich der Frage, wie Ortskerne als soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Mittelpunkte erhalten und weiterentwickelt werden können. Robert Krasser und Philipp Vesely aus dem Bereich Dorf- und Stadtentwicklung des SIR gaben fachliche Impulse zur Ortskernstärkung und zeigten die Bedeutung einer vorausschauenden, an die örtlichen Bedürfnisse angepassten Entwicklung auf.

Wie sich solche Ansätze in der Praxis umsetzen lassen, veranschaulichten zwei Beispiele aus Salzburger Gemeinden: Erich Czerny, Bürgermeister von Krimml, berichtete über 20 Jahre Dorfentwicklung und die langfristige Gestaltung des Ortes. Johannes Fürstaller, Bürgermeister von Ebenau, stellte das Schaberhaus als Beispiel für die Entwicklung eines Leerstands zu einem lebendigen Zentrum vor.

Energiezukunft: Von kommunalen Leitbildern bis zur Infrastruktur

Im dritten Themenblock stand die Energiezukunft der Gemeinden im Mittelpunkt. Praxisbeispiele aus e5-Gemeinden zeigten, wie kommunale Energieleitbilder Orientierung für konkrete Maßnahmen geben und die lokale Energiewende voranbringen können.

Auch die technischen und planerischen Voraussetzungen einer zukunftsfähigen Energieversorgung wurden beleuchtet. Daniel Reiter von Salzburg Netz ging auf die Bedeutung des Stromnetzes als Rückgrat der Energiewende ein. Hubert Fechner von der österreichischen Technologieplattform Photovoltaik gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Energietechnologie sowie einen Ausblick auf die Gestaltung unseres zukünftigen Energiesystems. Victoria Achatz, Referatsleiterin Geodateninfrastruktur des Landes Salzburg, stellte den Klima- und Energiepass als Werkzeug für Gemeinden vor.

Auszeichnungen für engagierte Gemeinden

Am Abend rückte die Arbeit jener Gemeinden in den Mittelpunkt, die sich besonders für Energieeffizienz und Klimaschutz einsetzen. Energielandesrat Maximilian Aigner überreichte elf Salzburger e5-Gemeinden die Auszeichnung. Sie wurden in einem externen Audit in einer österreichweiten Bewertungsskala eingestuft. Eigenstromabdeckung oder Effizienz im Verbrauch haben dabei hohes Gewicht.

„Die ausgezeichneten e5-Gemeinden sind Vorbilder für eine zukunftsorientierte kommunale Energiepolitik“, so Landesrat Maximilian Aigner. „Mit ihrem umfassenden Engagement und ihren vielfältigen Projekten gehen sie voran und zeigen eindrucksvoll, wie Gemeinden die Energiewende aktiv und erfolgreich mitgestalten können.“

Weißbach bei Lofer erhielt nach dem letzten Audit vor vier Jahren nun ein weiters Mal den 5e-Status auf höchstem Niveau bestätigt. Bergheim und Werfenweng erreichen erstmals eine Einstufung bei 5e, sie sind nun in der höchsten Kategorie des e5-Programms angelangt.

Hallwang, Koppl und Anif freuen sich über ihre erstmalige Einstufung mit 4e. Für die Gemeinden St. Georgen, Seekirchen, Wals-Siezenheim und Zell am See wurde die Bewertung mit 4e bestätigt. Für die Gemeinde St. Martin bei Lofer ergab das e5-Audit eine Einstufung mit 3e.

Verleihung Landesenergiepreis

Zur Anerkennung der Bemühungen und Erfolge der Salzburger Gemeinden hinsichtlich des Masterplans Klima+Energie2030 würdigte Landesrat Maximilian Aigner dieses Jahr auch die herausragenden Leistungen der Gemeinden im Bereich Erneuerbare Energie mit dem Landesenergiepreis und der Auszeichnung „Ölfreie Gemeinde“.

„Die ölfreien Gemeinden und die Preisträger des Landesenergiepreises setzen wichtige Impulse und leisten mit ihrem Engagement einen wertvollen und wesentlichen Beitrag dazu, die Energieziele des Landes Salzburg gemeinsam zu erreichen“, so Landesrat Maximilian Aigner bei der Auszeichnungsveranstaltung.

Der Landesenergiepreis 2026 wurde in den Kategorien Erneuerbares Heizen am Gemeindegebiet, Photovoltaik am Gemeindegebiet und Photovoltaik-Ausbau Top fünf verliehen. Bei der diesjährigen Verleihung des Landesenergiepreises wurden folgende Gemeinden ausgezeichnet:

Erneuerbares Heizen am Gemeindegebiet:

  • Dorfgastein
  • Hintersee
  • Hüttau
  • Köstendorf
  • Sankt Georgen bei Salzburg
  • Sankt Michael im Lungau
  • Wagrain

Photovoltaik am Gemeindegebiet:

  • Flachgau: Anif, Anthering, Henndorf am Wallersee, Plainfeld
  • Tennengau: Krispl, Puch bei Hallein, Sankt Koloman, Scheffau am Tennengebirge
  • Pinzgau: Bruck an der Großglocknerstraße, Kaprun, Sankt Martin bei Lofer
  • Pongau: Dorfgastein, Eben im Pongau, Pfarrwerfen, Sankt Martin am Tennengebirge, Sankt Veit im Pongau
  • Lungau: Zederhaus

Photovoltaik-Ausbau Top 5:

  • Plainfeld
  • Veit im Pongau
  • Lamprechtshausen
  • Weißpriach
  • Mauterndorf

Als ölfreie Gemeinden wurden die beiden Gemeinden Bürmoos und Strobl ausgezeichnet. Insgesamt sind in Salzburg 34 Gemeinden ölfrei in der Kategorie silber und 23 Gemeinden entsprechen dem Gold-Standard und versorgen ihre Gemeindegebäude zu 100% mit erneuerbarer Wärme.

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