e5-Exkursion: Wie Energieerzeugung und Landwirtschaft zusammenfinden

Aktuellese5-Exkursion: Wie Energieerzeugung und Landwirtschaft zusammenfinden
30.06.2026
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Photovoltaik und landwirtschaftliche Nutzung auf derselben Fläche sinnvoll kombinieren: Das war das Thema der e5-Exkursion Ende Mai. Zwei Agri-PV-Anlagen in Oberösterreich und Salzburg zeigten, wie solche Projekte erfolgreich umgesetzt werden können.

20 Teilnehmende aus Salzburger e5-Gemeinden nutzten die Gelegenheit, größere PV-Anlagen in Oberösterreich und Salzburg zu besichtigen und sich mit den Rahmenbedingungen von Agri-PV-Anlagen auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Projektbetreiber:innen sowie der Austausch mit Landwirt:innen zur Flächenbewirtschaftung. Zusätzlich brachte Bürgermeisterin Andrea Pabinger aus Lamprechtshausen ihre Erfahrungen aus kommunalen Entscheidungsprozessen ein.

Zwei Anlagen, zwei Lösungsansätze

In Pischelsdorf (OÖ) errichtete der Projektentwickler EWS gemeinsam mit der Energie AG eine Agri-PV-Anlage mit 4,6 MWp Leistung. Die Besonderheit dieser Anlage ist die Nachführung der Solarpaneele entsprechend dem Sonnenstand, wodurch bereits im ersten Betriebsjahr sehr gute Stromerträge erzielt werden konnten. Die Bewirtschaftungsbreite zwischen den Solarreihen orientiert sich an den vorhandenen landwirtschaftlichen Geräten. Dadurch ist der Anbau und die Ernte von Ackerfrüchten weiterhin ohne größere Einschränkung möglich.

Die zweite besichtigte PV-Anlage wurde in fix montierter Bauweise errichtet. Sie befindet sich im Eigentum der Wiesenstrom GmbH in Lamprechtshausen, an der die Salzburg AG maßgeblich beteiligt ist. Der angrenzende Landwirtschaftsbetrieb nutzt die Wiesenflächen zwischen den PV-Reihen als Freilaufbereich für mehr als 4.000 Hühner. Die Solarerträge aus der 4,5 MWp Anlage werden vollständig in das Netz eingespeist. Agri-PV kann somit unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungsformen integrieren.

Freiflächen-PV bringt mehr Strom ins Netz

Prognosen zeigen einen deutlich steigenden Strombedarf – gleichzeitig nimmt die Importabhängigkeit bei der Stromversorgung zu, beispielsweise in Zeiten sinkender Erträge aus Wasserkraft. Photovoltaik auf Dachflächen wird zwar bereits konsequent ausgebaut, reicht aber nicht aus, um die Zuwächse bei der Stromnachfrage abzudecken. Hier setzen Freiflächenanlagen an: Sie liefern Strom mit niedrigen Gestehungskosten, weil der technische Aufwand für die Errichtung geringer ist. Wichtige Voraussetzungen sind ausreichende Netzkapazitäten sowie ein durchdachtes Energiemanagement. Batteriespeicher können auf die Aufnahmemöglichkeit im Netz sowie auf volatile Marktpreise reagieren und die Einspeisung zeitlich anpassen.

Raumordnerische Aspekte spielen bei der Standortentscheidung eine wesentliche Rolle. Das Land Salzburg hat gesetzlich verankert, dass der Ausbau erneuerbarer Energien mit landwirtschaftlichen Interessen abgestimmt werden muss. Hochwertige Produktionsgebiete sollen dauerhaft freigehalten werden. Für PV-Anlagen im Grünland kommen daher vorrangig vorbelastete Flächen, etwa entlang stark befahrener Verkehrsachsen, oder landwirtschaftlich geringwertige Böden infrage. Die Gemeinden übernehmen eine zentrale Rolle, da sie im Rahmen der Flächenwidmung über die Kennzeichnung geeigneter Flächen entscheiden.

Die Exkursion zeigte insgesamt, dass Agri-PV als Ansatz verstanden wird, landwirtschaftliche Nutzung und regionale Energiestrategien, die auf dezentrale Erzeugung und Versorgung setzen, miteinander zu verbinden.

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