Dritte Orte: Wo Begegnung einfach ist

AktuellesDritte Orte: Wo Begegnung einfach ist
25.03.2026
Menschen stehen an verschiedenen Repaircafé-Stationen

Einfach irgendwo hingehen, ohne Anmeldung, ohne das Gefühl, „fehl am Platz“ zu sein. Genau das macht „Dritte Orte“ zum beliebten Treffpunkt – auch in Salzburgs Gemeinden.

Sowohl in Städten als auch am Land nimmt Einsamkeit stetig zu. Oftmals fehlt es an Räumen, in denen Menschen sich beiläufig begegnen und andocken können. Genau solche Räume bieten sogenannte Dritte Orte. Dabei kann es sich um Orte handeln, die man ohnehin besucht und bei denen man sich am Ende womöglich etwas länger aufhält als gedacht. Dritte Orte sind nicht immer als solche geplant, oftmals entstehen sie ebenso beiläufig wie die Begegnungen der Besucher:innen.

Die Fundgrube als Anknüpfungspunkt

Was als Repair-Café entstand, wurde in Thalgau schnell zum Treffpunkt: Das „TeTaRe“ ist eine Secondhand-Fundgrube im alten Feuerwehrgebäude, die mehrmals die Woche ihre Tore für Bürgerinnen und Bürger öffnet. Außerdem findet im TeTaRe auch – getreu der Anfangsidee – regelmäßig ein Repair-Café statt. Dort werden gemeinsam mit freiwilligen Mitarbeiter:innen kaputte Gegenstände repariert, aber auch Gespräche geführt, bestehende Kontakte gepflegt und neue geknüpft. Der ökologische Gedanke war hier der Ursprung, der soziale kam von selbst.

Entstanden ist das TeTaRe 2019 innerhalb des Zukunftsraum Gemeinde-Prozesses „Weitblick für Thalgau“. Mittlerweile ist es nicht nur ein Ort zum Teilen, Tauschen und Reparieren, sondern auch ein Treffpunkt für Menschen, die sich gerne austauschen wollen. Oft reicht hier schon die Frage „Was habt ihr denn Neues bekommen?“ und man kommt miteinander ins Gespräch.

Aus dem Zukunftsraum Gemeinde-Folgeprozess entstand in Thalgau außerdem auch die Idee für ein Veranstaltungszentrum am Areal des alten Bezirksgerichts. Mit dem „Kubiq“ wurde dort nicht nur ein Raum für Kultur- und Bildungsveranstaltungen geschaffen, sondern auch ein Ort für Begegnungen und Austausch. Der Verein des Kubiq lädt Interessierte aktiv zum Mitgestalten des Areals ein und bietet ihnen so einen niederschwellige Zugang Teil des Projekts zu werden.

Ortsplätze als lebendige Dritte Orte

Auch neu gestaltete Ortsplätze können wichtige Dritte Orte sein – als Treffpunkte im Alltag ebenso wie bei Veranstaltungen. Ein Beispiel dafür ist die Neugestaltung des Dorfplatzes in Nussdorf, der mit Unterstützung der Dorf- und Stadtentwicklung zu einem modernen, multifunktionalen Zentrum für das Orts- und Vereinsleben weiterentwickelt wurde.

Der neue Platz vereint unterschiedliche Nutzungen: Er bietet Raum für Feste, Märkte und Veranstaltungen, funktioniert aber gleichzeitig auch im Alltag als lebendiger Treffpunkt. Dank einer Sitzarena, Stehtischen, einer Bocciabahn und einem neuen Trinkbrunnen lädt der Dorfplatz zum Verweilen ein und schafft niederschwellige Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Bei der Neugestaltung des Dorfplatzes in Nussdorf wurde aber nicht nur auf den sozialen Aspekt geachtet, sondern auch auf den ökologischen: Gemeinsam mit dem Team von Natur in der Gemeinde wurde der Platz klimafit gestaltet. Der neu entstandene Grünstreifen zwischen Dorfplatz und Straße wurde mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt und wird noch durch heimische Stauden ergänzt. Auch die Abgrenzung zum Kinderspielplatz wurde naturnah weiterentwickelt und statt eines Zauns sorgt nun eine dichte Hecke für Trennung zu den Parkflächen.

Dritte Orte gemeinsam gestalten

Mit einem umfassenden Beteiligungsprozess gemeinsam mit Bürger:innen, Expert:innen und Gemeindevertreter:innen hat die Stadt Hallein ein nachhaltiges Konzept für einen naturnahen und konsumfreien Erholungsraum entwickelt: Den Forstgarten. Mit neuen Sitzgelegenheiten, einem Sensorikpfad und bunten Blühwiesen entsteht auf dem 4.500 Quadratmeter großen Areal im Stadtzentrum ein Ort, der zum gemeinsamen Verweilen und Andocken einlädt.

Teil des Beteiligungsprozesses innerhalb des Programms Zukunftsraum Gemeinde war die Ideenschmiede. Bei dem Workshop wurden im Mai 2025 gemeinsam mit Bürger:innen Ideen gesammelt und Wünsche besprochen, um den Forstgarten nicht nur für die, sondern auch mit den Menschen zu gestalten, die ihn später als Ort der Begegnung nutzen sollen. Im Frühjahr 2026 soll der Forstgarten feierlich eröffnet werden.

Dritte Orte sind ein wichtiger Baustein bei der Orts- und Gemeindeentwicklung sowie der nachhaltigen Raumnutzung. Sie stärken die Dorfgemeinschaft, wirken Einsamkeit entgegen und fördern zivilgesellschaftliches Engagement. Gerade in kleineren Gemeinden und Ortskernen können sie einen entscheidenden Beitrag leisten, um Orte lebendig zu halten und neue Formen des Miteinanders zu ermöglichen. Dritte Orte sind damit kein Zusatzangebot mehr – sie sind ein zentraler Bestandteil zukunftsfähiger Gemeindeentwicklung.

SIR Newsletter

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an, damit wir Sie über Neuigkeiten und Events informieren können.